Grüne Berufe (1)
Was macht eigentlich der...
...Gärtner?
In der SM wollen wir euch in den nächsten Ausgaben einige der 13 „grünen“ Berufe vorstellen. "Die Grünen 13" - die dreizehn Ausbildungsberufe im Agrarbereich - bieten eine breit angelegte, vielseitige Ausbildung im Umgang mit Pflanzen, Tieren, Umwelt und moderner Technik. Neben Produktion und Technik werden in den landwirtschaftlichen Ausbildungsgängen betriebswirtschaftliche Qualifikationen und Dienstleistungskompetenz vermittelt. Als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung verlangen die Betriebe neben dem erfolgreichen Abschluss einer allgemeinbildenden Schule persönliches Interesse, die Bereitschaft zum selbständigen Handeln und zur ständigen Weiterbildung um die Anpassung an wandelnde Märkte zu bestehen. Im Unterschied zu fast allen anderen Berufsbereichen übertrifft das Ausbildungsplatzangebot in den Agrarberufen die Nachfrage deutlich. Aufgrund des anstehenden Generationenwechsels ist in den landwirtschaftlichen Betrieben die vermehrte Ausbildung zur Sicherung eines qualifizierten Berufsnachwuchses unverzichtbar.
SM fragt, Landjugendliche antworten! Im Interview stellte sich Bernhard Bohr (KLJB Kaarst) bereit, einiges aus seinem Berufsleben zu erzählen.
BB: Nach meiner Ausbildung bin ich Gärtner mit der Fachrichtung Gemüsebau. Derzeit befinde ich mich noch in der Ausbildung und werde im Sommer meine Abschlussprüfungen haben. Nach 3 Gesellenjahren kann ich dann im Anschluss eine Fortbildung zum Gärtnermeister machen, entweder in Vollzeit, oder in Abendschule. Vor meiner Ausbildung zum Gärtner hatte ich bereits einen Beruf erlernt: Nutzfahrzeugmechaniker.
BB: Es ist üblich, dass man im Laufe seiner Ausbildung die Lehrbetriebe wechselt. Man bekommt
dadurch einen besseren Überblick über die verschiedenen Betriebsstrukturen und Anbaumethoden. Unter anderem war ich am Versuchszentrum Straelen, im Betrieb der Familie Petkens in Kerken und derzeit im Betrieb Schmitter in Leuth. Dies ist ein reiner Gemüsebaubetrieb, typisch für den linken Niederrhein. Auf ca. 100 ha Anbaufläche werden dort Spargel, Porree, Fenchel, Zucchini, Eissalat und Rüben angebaut, sowie auf den Stilllegungsflächen nachwachsende Rohstoffe.
BB: Derzeit vor allem das Personal einteilen. Auf dem Betrieb arbeiten noch weitere Erntehelfer, die koordiniert werden müssen. Es ist gerade Pflanzzeit, dann muss alles ganz schnell gehen, häufig haben wir wegen dem Wetter nur ein geringes Zeitfenster. Neben dem Pflanzen stehen aber auch noch andere Arbeiten an, wie Düngen, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung. Bei gutem Wetter auch Beregnungsanlagen umstellen, sowie mit Folie arbeiten. Bei schlechtem Wetter kommen die Nebenarbeiten dran: Hofpflege und Reparaturen. Geerntet wird immer, also auch wenn man keinen Hund vor die Tür jagen wollte.
BB: Im ersten Lehrjahr noch sehr unregelmäßig. Arbeitsbeginn war oft zwischen 4.45-7.00 Uhr und Ende zwischen 14.00-16.00 Uhr je nach Arbeitsaufwand. Oft musste ich schon um 3.30 Uhr aufstehen um zeitig bei der Arbeit zu sein! Im Sommer, also bei der Ernte kamen so auch viele Überstunden zusammen, die man in den Wintermonaten wieder ausgleichen konnte. Momentan stehe ich kurz vor der Prüfung und Arbeite regelmäßig von 7.30- 17.00 Uhr
BB: Wie in vielen Lehrberufen besteht die Prüfung aus einem theoretischen, praktischen und
mündlichen Teil. Im theoretischen werden Themen wie Betriebswirtschaftslehre inklusive Vermarktung, Gartenbaulehre, Sortenkenntnis mit Hybridsorten, Schädlingsbekämpfung, Pflanzenkrank-heiten, Hygieneverordnungen und Bewässerungsanlagen. In der praktischen: Pflanzenkenntnis, Botanische Namen, Pflanzenschutz, Arbeiten an der Pflanze, (Vorbereitung, Saat, Ernte, Sortierungen..). In der mündlichen werden Gespräche geführt über bestimmte Kulturen wie zum Beispiel Spargel. Man muss wissen welche Böden bevorzugt werden, Pflanzabstände, Sorten, Pflege, Düngung und die Vermarktung.
BB: Ja genau, wenn ich vom Ausbildungsbetrieb komme, habe ich natürlich noch keinen Feierabend! Ab ca. 18.00 Uhr und am Wochenende arbeite ich dann zu Hause auf unserem Betrieb weiter. Da ich zwei Berufe gelernt habe gibt’s dann auch immer viel zu tun.
BB: Beide sind gleichwertig, es wird immer das erledigt was am dringendsten zu machen ist. Auf jeden Fall ist es auch mein Ziel den Elternbetrieb am laufen zu halten. Auch in Zukunft möchte ich ehrlich mein Geld verdienen und vieles ist auch davon abhängig wie sich die Landwirtschaft weiterentwickelt. Ich denke aber mit den zwei Berufen ein gutes Standbein zu haben, um auch positiv nach Vorne zu blicken.
BB: Ab Januar 2007 werde ich mit der Meisterschule im Nutzfahrzeugwesen weitermachen. Zwar will ich in der Landwirtschaft bleiben, aber momentan ist noch vieles im Wandel: Der Rübenanbau wird wegfallen, zudem machen schwankende Getreidepreise die Perspektiven auch nicht besser. Es wird noch viele Veränderungen gerade in den Betriebsstrukturen geben, deshalb möchte ich mir noch weitere Möglichkeiten offen halten.
Die nächsten Termine
| Bundesversammlung der KLJB Deutschland am 07.03.2012 |
| Frühjahrs-Diözesanversammlung am 16.03.2012 |
| Gruppenleiterkurs 2012 am 30.03.2012 |
| Bundesarbeitskreis-Wochenende am 13.04.2012 |
