Protestaktion für faire Milchpreise

Die Landjugend Kaarst organisierte mit der Landjugend Odenkirchen am Montag eine Spontanaktion vor den Filialen von Aldi, Lidl und Edeka in Korschenbroich. Dabei wurden Frischmilchbestände aufgekauft und anschließend im Stadtzentrum an die Bevölkerung, insbesondere Hilfebedürftige verschenkt. „Wir wollen Solidarität zeigen mit den Milchbauern. Was momentan geschieht ist unfassbar. Ein hochwertiges Produkt wird von den Einzelhandelsketten zu Dumpingpreisen verkauft.“ Weißt der Vorsitzende der KLJB Kaarst, Christian Bertrams, hin. An der Aktion beteiligten sich rund 30 Landjugendliche und fuhren mit 12 Traktoren und Transparenten vor die Filiale. Die Kunden zeigten im Gespräch nicht nur Verständnis für die Situation der Landwirte sondern unterstützen diese Aktion sogar und gingen mit den Filialleitern hart ins Gericht. Denn zunächst sollte nur eine „handelübliche“ Menge von zwei Litern an die Landjugendliche verkauft werden „Den Rest brauchen wir für unsere Stammkunden“ argumentierte ein Filialleiter.

Vor kurzer Zeit berichteten wir über den sich androhenden Milchstreik der Milchbauern. Seit letzter Woche ist dies nun Realität. Viele im Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) organisierte Bauern beteiligen sich nun an den deutschlandweiten Streiks und setzen die Handelsketten unter Druck.

 

 

 

Die Frage, was uns unsere Lebensmittel wert sind, richtet sich dabei nicht nur an die Lebensmittelketten wie Aldi, Lidl und Co., sondern an alle Verbraucher. Der Lieferboykott ist seit einigen Tagen im vollen Gange, viele Landwirte kippen ihre Milch weg, oder verfüttern sie an die Kühe. Es werden Molkereien blockiert und auch unsere europäischen Nachbar zeigen Solidarität, indem sie Lieferanten welche nach Deutschland exportieren nicht mehr beliefern.

Auch die Kirche zeigt sich solidarisch:

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat an diesem Samstag als Solidaritätsbekundung einen Bauernhof besucht.

 

„Es ging mir darum, mich zu informieren. Aber ich wollte auch ein deutliches Zeichen setzen, dass ich die Landwirte in ihrer Notsituation gut verstehen kann. Von dieser Krise sind auch andere Bereiche betroffen. Wenn es kann keine gerechte Entlohnung gibt für die Arbeit, die die Bauern verrichten, dann hängt vieles andere davon ab. Die Nebenkosten sind durch die Energie- und Rohstoffpreise enorm gestiegen. Es geht um die Familientradition, die Generationenhaushalte, die es in der Landwirtschaft gibt, aber auch die Bewahrung der Schöpfung, all das wird von Bauern gemacht. Es tut einem in der Seele weh zu sehen, wie die Milch an Tiere verfüttert werden muss. Deshalb hoffen wir, dass diese Aktion bald Verbesserungen bringen wird, damit die Milch als Gabe Gottes auch wieder denen zugeführt wird, für die sie ja eigentlich da ist.“

 

 

 

Fazit:

Das Auftreten hatte sich gelohnt! An der Aktion beteiligt waren 30 Landjugendliche, aus den Ortsverbänden der KLJB Kaarst und der RLJ Odenkirchen. Die Bevölkerung ist über das Thema sehr gut informiert und teilt die Ansichten der betroffenen Landwirte. Die aus privaten Mitteln finanzierten 300 Liter Frischmilch gingen zum guten Zweck an die Bürger weiter. Doch die streikenden Bauern sind sich einig: Lieber heute als morgen soll der Streik vorbei sein! Es geht vor allem um die Verantwortung der Lebensmittelindustrie. Wer gutes haben will soll auch dafür zahlen und nicht seine Marktmacht ausspielen.

 

Quellen:  Radio Vatikan, BDM

 

 Elmar Pohl

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